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Downloads zur Flexi-Fuel Initiative Deutschland
 

Mobil ohne Fossil startete am 20. März 2006 die Flexi-Fuel Initiative Deutschland. Auf dem Podium der Pressekonferenz, das "Who is Who" des Ethanol-Marktes. Folgend die Pressetexte und Stellungnahmen als PDF-Downloads:

    Pressemitteilung zum Start der Flexi-Fuel Initiative Deutschland «Ethanol statt Benzin» (PDF)
    Herr MdB Hans-Josef Fell als Schirmherr der Initiative - Pressemitteilung (PDF)
    CropEnergies, Suedzucker Bioethanol GmbH - Presseinformaiont zur Unterstützung (PDF)
    Mitteldeutsche BioEnergie GmbH & Co.KG - Vorstellung (PDF)
    Kraul & Wilkening u. Stelling - Stellungnahme von Ludz Wilkening (PDF)
    Impulsvortrag von Mobil ohne Fossil zur Pressekonferenz (PDF)
    Pressezitat von Marcus Reichenberg (PDF) 
 
Flexi-Fuel Initiative Deutschland - Impulsvortrag
 

 Schon der erste Ottomotor vor 150 Jahren fuhr mit Ethanol
«Ethanol statt Benzin» Flexi-Fuel Initiative Deutschland
Start der gemeinsamen Kampagne von Industrie, Verbänden und Politik



München, 20. März 2006 – Die vielfältigen Vorteile von Ethanol im Vergleich zu Benzin sind offensichtlich. Davon profitieren konnten deutsche Autofahrer bislang allerdings nicht – im Gegensatz etwa zu Schweden, den USA oder Brasilien. Dies will die Kampagne «Ethanol statt Benzin» Flexi-Fuel Initiative Deutschland ändern. Von der Ethanolproduktion über die Ethanol-Tankstelle bis zum Automobilhersteller steht nun die Infrastruktur für die automobile Zukunft auch hierzulande bereit.

 
 

Getragen wird die Initiative von Mobil ohne Fossil e.V. unter der Schirmherrschaft von MdB, Herrn Hans-Josef Fell und wird unterstützt vom:

    Bayerischen Landwirtschaftsministerium
    BayWa AG
    Benzin Kontor AG
    C.A.R.M.E.N. e.V.
    Ford Werke GmbH
    Kraul & Wilkening u. Stelling GmbH & Co. KG
    Mitteldeutsche BioEnergie GmbH & Co. KG
    OIL! Tankstellen
    SAAB Deutschland
    Stadt Weilheim
    Südzucker Bioethanol GmbH
    Verband Bayerischer Landwirtschaftlicher Brennereien.
 
 

Ziel der Initiative ist es, die gegenseitige Nachfrage nach dem „Kraftstoff der Zukunft“ (Henry Ford), weiteren Tankstellen und interessierten Verbrauchern sowie geeigneten Flexi-Fuel-Fahrzeugen – die Benzin oder Ethanol tanken können – zu stimulieren. Angebot und Nachfrage in einer Region werden ab sofort auf der Homepage www.ethanol-statt-benzin.de zusammengeführt, so dass ein funktionierender Markt entstehen kann.

Ethanol punktet sowohl unter ökonomischen als auch ökologischen Gesichtspunkten. Die Spritkosten sinken spürbar, da Ethanol zum einen günstig hergestellt werden kann – dabei birgt die Optimierung der Produktionsverfahren ein noch größeres Potential als bei den ausgereizten Erdölraffinerieverfahren. Zum anderen sind biogene Kraftstoffe wie Ethanol von der Mineralölsteuer befreit.

Anmerkung: Nach dem Kabinettsbeschluss vom 15. März 2006, bleibt Ethanol weiterhin von der Mineralölsteuer befreit! Das ist keine Subvention, da durch heimische Wertschöpfung ein Großteil der Steuerausfälle durch anderweitige Steuereinnahmen wieder aufgefangen werden kann!

Wegen der geringeren Energiedichte von Ethanol wird zwar etwas mehr Treibstoff pro Strecke benötigt, doch erhöht sich gleichzeitig die Oktanzahl auf über 100, wodurch die Motorenleistung um ca. fünf Prozent steigt. Insgesamt errechnet sich ein Preisvorteil von ca. 20 Prozent gegenüber Benzin – schon bei den heutigen Benzinpreisen.

Dieser Preisvorteil wird wohl noch zunehmen, da man sich unabhängig macht von den zwangsläufig steigenden Rohölpreisen durch die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe. Demgegenüber wird Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, wie Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, aber auch aus Abfällen der Holzindustrie, Stroh und anderer Biomasse.

Diese Rohstoffe werden in Deutschland angebaut und verarbeitet – die erheblichen landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten werden nach Jahren des Abbaus wieder besser genutzt. Es entsteht ein ökonomischer Kreislauf, der voll der heimischen Industrie zugute kommt. Die volkswirtschaftlichen Ef-fekte der verbesserten Außenhandelsbilanz sind hier noch nicht einmal eingerechnet.

Die ökologische Bewertung fällt ebenfalls deutlich positiver aus. Auch hier macht sich die heimische Produktion „bezahlt“, der Brennstoff kann dort wo er gebraucht wird, auch hergestellt werden. Das ökologische – wie auch ökonomische – Risiko von Pipelines, Öltankern und Bohrinseln wird vermieden. Im Gegensatz zu Benzin wird Bioethanol schnell biologisch abgebaut und stellt keine Gefahr für Grund- und Oberflächenwasser dar.

Zudem sind die nachwachsenden Rohstoffe klimaneutral, sie tragen nicht zum Treibhauseffekt bei. Das Kohlendioxid, das bei ihrer Verbrennung entsteht, wurde von ihnen nur ein Jahr zuvor aus der Luft gebunden. Das haben fossile Brennstoffe auch – indes liegt das so viele Millionen Jahre zurück, dass beim Verbrennen von Benzin & Co die Atmosphäre mit zusätzlichem klimaschädlichen Kohlendioxid angereichert wird.

Noch gewichtiger ist aber das gute Ergebnis, das „hinten rauskommt“ – am Auspuff. Laut einer Studie des ADAC zeigen ethanolhaltige Kraftstoffe im Vergleich zu ethanolfreien Ottokraftstoffen im Allgemeinen eine Verminderung der Emissionen von Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxid, Partikeln und Schwebstaub sowie aromatischen karzinogenen Verbindungen wie Benzol. Für Stickoxide wurden teils Verminderungen, teils aber auch Erhöhungen festgestellt.

Weiterer Vorteil: In der Praxis gibt es keinen Unterschied zum bisherigen Tankverhalten. Die Akzeptanz bei Autofahrern fällt dadurch deutlich höher aus als bei anderen, alternativen Treibstoffkonzepten. Ethanol wird so einfach gehandhabt wie Benzin, lediglich die Motoren müssen werksseitig dafür vorbereitet werden. Angeboten wird Ethanol grundsätzlich in der Form eines Gemisches aus 85 % Ethanol und 15 % Benzin (sog. E85).
Die Flexi-Fuel-Fahrzeuge können dann sowohl E85 als auch Benzin tanken, der Fahrer hat volle Flexibilität. Selbst das noch geringe Ethanol-Tankstellennetz stellt somit kein Kaufhindernis für ein Flexi-Fuel-Fahrzeug dar.

Diese so ersichtlichen Vorteile sind im Land der Autoerfinder leider bisher unentdeckt geblieben. Die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, die hierzu-lande eigentlich eine gute Tradition hat, wird nun anderenorts schneller genutzt. Auf US-amerikanischen Straßen beispielsweise sind mittlerweile sechs Millionen Flexi-Fuel-Fahrzeuge unterwegs. In Spanien und Frankreich wird zur Verbesserung der Klopffestigkeit seit längerem Bioethanol als Additiv verwendet.

Die Vorreiterrolle in Europa gebührt allerdings Schweden, wo bis dato 300 Tankstellen Ethanol anbieten. Eine ähnliche Initiative wie „Ethanol statt Benzin“ hat hier den Durchbruch gebracht. Wie jetzt in Deutschland war auch in Schweden Ford mit dem Focus FFV (Flexi-Fuel-Vehikel) in der Pionierrolle bei den Autoherstellern. Insgesamt gesehen liegen weltweit längst genügend Erfahrungen vor, die eine absolute Alltagstauglichkeit von Flexi-Fuel-Fahrzeugen belegen.

So hat auch die EU schon reagiert. Die Kommission setzt in ihrer Energiepolitik auf Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Unter diesen Prämissen sieht die EU im verstärkten Einsatz von Ethanol eine Schlüsselposition. Vor drei Jahren bereits beschloss das Europäische Parlament, dass 2010 der Anteil von biogenen Treibstoffen bei mindestens 5,75 Prozent liegen soll. Das Fernziel liegt gar bei 20 Prozent bis zum Jahr 2020 (übrigens Mobil ohne Fossil e.V. ist das Fernziel immer noch zu gering – wir fordern mindestens 50% !).

Bei all den Vorzügen für alle Beteiligten wird sich der Markt auch in Deutschland entwickeln und sich Ethanol als die Alternative zu fossilen Treibstoffen etablieren. Oder wie Alexander E. Farrell, University of California at Berkeley, bei der Analyse von sechs Studien zum Thema Ethanol als Treibstoff resümiert: „ Ethanol kann eine entscheidende Rolle spielen, unsere Energie- und Umweltziele zu erreichen.“

 
 

Die Vorteile von Ethanol auf einen Blick:

    Weniger Treibhausgase und Schadstoffe werden freigesetzt.
    Der Kraftstoff wird in Deutschland mit heimischen Rohstoffen hergestellt.
    Die Versorgung bleibt gesichert, die Abhängigkeit vom Erdöl wird reduziert.
    Ethanol steigert die Motorenleistung und die Spritkosten sinken spürbar. 
    Ethanol kann so einfach wie Benzin getankt werden, lediglich die Motoren müssen werksseitig dafür vorbereitet werden. 
    Flexi-Fuel-Fahrzeuge können sowohl Ethanol als auch Benzin tanken, der Fahrer hat volle Flexibilität.


 
 

Auf www.ethanol-statt-benzin.de finden Sie weitere Informationen zur Initiative und zum Ethanolmarkt, können sich als Interessent oder bereits als Flexi-Fuel-Fahrer registrieren. Auch Ethanol-Tankstellen und FFV-Händler haben die Möglichkeit, sich kostenlos den Ethanol-Verbrauchern zu präsentieren. Auf der Internetseite werden Angebot und Nachfrage gebündelt und zusammengeführt.

 
Stellungnahmen zur Initiative:
 

Hans-Josef Fell, MdB: "Wer auch in Zukunft noch bezahlbaren Sprit für sein Auto haben will, sollte mithelfen auf Bioethanol umzusteigen. Bioethanol ist ein wichtiger Baustein in der Strategie «Weg vom Erdöl». Wir müssen weg vom Erdöl wegen seiner weltweiten Verknappung, wegen steigender Benzinpreise, wegen der Klimaveränderung und wegen Kriegen um Erdöl."

Dr. Marten Keil, Business Development, Südzucker Bioethanol GmbH:
„Die Südzucker Bioethanol GmbH hat in Zusammenarbeit mit der OIL!-Tank-stellen GmbH im Februar 2006 E85 unter dem Markennamen CropPower85 in den Markt eingeführt. Die Verfügbarkeit von E85 in den OIL!-Tankstellen in Hennef, Troisdorf und Saarlouis, die in der Nähe von Ford-Werken liegen, war ein wichtiger Schritt für den Aufbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes und die Sichtbarkeit von Ethanol für den Verbraucher. In der Teilnahme und Förderung der „Ethanol statt Benzin – FlexiFuel Initiative Deutschland“ sehen wir die Chance, FFVs und damit auch E85 als leistungssteigernde, nachhaltige, saubere und wirtschaftliche Kraftstoffalternative in der Politik und Öffentlichkeit zu positionieren.“


Dr. Alexander Rosenberger, Marketing Erzeugnisse Agrar, BayWa AG:
 „Bioethanol bildet derzeit die einzige Alternative im Ottokraftstoffsektor. Die Nachfrage nach Bioethanolgetreide bietet dem Landwirt die Chance, neue Ab-satzmärkte für seine Produkte zu erschließen. Der Verkauf von E85 unter dem Dach der BayWa wird weiter auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Er könnte bei ent-sprechenden Voraussetzungen das Engagement bei der Rohstoffversorgung der Bioethanolanlagen gut ergänzen.“ 


Knuth Sexauer, Geschäftsführer Saab Deutschland: 
„Nach unserer festen Überzeugung ist Bio-Ethanol kurz- und mittelfristig eine sinnvolle und nachhaltige Alternative zu Kraftstoffen auf fossiler Basis. Ethanol ist kompatibel mit konventionellen Benzinern und kann ohne besonders aufwändige Investitionen über die vorhandene Tankstellen-Infrastruktur ausgeliefert werden. Der Einsatz von Ethanol erfolgt parallel zur Entwicklung von anderen Lösungen, die langfristig als Alternative zu Benzin oder Diesel eingesetzt werden können - zum Beispiel die Brennstoffzellen-Technologie. Seitens Saab Deutschland unterstützen wir die Maßnahmen unseres schwedischen Mutterhauses und arbeiten konsequent daran die Vorteile von Bio-Ethanol zu kommunizieren und die Verbreitung von Flexible-Fuel Fahrzeugen zu fördern".


Ingo Remesch, zweiter Bürgermeister der Stadt Weilheim: 
"Persönlich bin ich von den aufgezeichneten Möglichkeiten verblüfft und begeistert und werde die Kampagne gerne unterstützen, soweit dies in meinem Wirkungsbereich liegt. Gerade in der Tatsache, dass die Nutzpflanzen für den Kraftstoff in unse-rer Gegend angebaut werden können, somit nahezu keine Transportwege be-nöti-gen, sind eine Chance für unserer Umwelt und eine Chance für unsere Land-wirte. Dem Nachhaltigkeitsgedanken wird somit in bester Weise Rechnung ge-tragen."


Dr. Bernd Klotz, Geschäftsführer MBE:
„Die MBE Mitteldeutschen BioEnergie GmbH & Co. KG in Zörbig als Bioethanolhersteller versorgt schon seit Monaten einen kleinen Kundenkreis mit biogenen Kraftstoffgemischen E50 und E85 und begrüßt ausdrücklich die Initiative von "Mobil ohne Fossil e.V." die zukunftweisenden biogenen Kraftstoffe einem breiten Publikum bekannt zu machen."


Stefan Welter, Distriktleiter Ford Bayern:
„Ford ist der erste Automobilhersteller in Europa, der PKW aus der Serienfertigung mit der FFV-Technik (Flexible Fuel Vehicle) anbietet. Den Ford FFV gibt es bereits in zwei unterschiedlichen Modellen, dem Ford Focus FFV und dem Ford Focus C-MAX FFV. Dank des geringen Aufpreises sind diese FFV – Modelle nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch finanziell eine wirkliche Alternative. Mit der Umsetzung in Deutschland setzt Ford den Erfolg aus Schweden fort, wo bereits 17.000 Fahrzeuge bis heute verkauft wurden. Um zu einer flächendeckenden Versorgung zu kommen, werden strategische Allianzen zwischen den Lieferanten und Ford geschlossen. Der Kraftstoffbezug lässt sich bspw. über „Partnertankstellen“ oder – insbesondere bei kleineren Flotten – über individuelle Lösungen auf dem eigenen Betriebshof sicherstellen.“


Moritz Böcking, Innendienstleiter OIL! Tankstellen GmbH & Co. KG: 
„Oil! wird sein Ethanol-Tankstellennetz weiter ausweiten. Geplant ist, weitere 9 OIL! in Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Kiel, Flensburg, Bremen und Fulda kurzfristig mit E85 auszustatten. OIL! ist bereit in die Zukunft zu investieren. Wir sehen Ethanol 85 als eine qualitativ hochwertige Ergänzung zu unserem bisherigen Kraftstoffangebot. Um unser Produkt zu vermarkten setzen wir auf regionale Partnerschaften mit Autohäusern und Kooperationen mit anderen mittelständischen Tankstellenbetreibern.


Dr. Frhr. von Tucher, Verband Bayerischer Landwirtschaftlicher Brennereien e.G. München: 
In Bayern gibt es ca. 200 (bundesweit ca. 800) landwirtschaftliche Brennereien, die den erzeugten Alkohol an die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein abliefern müssen. Um diesen Betrieben eine weitere Zukunftsperspektive zu eröffnen, ist es wünschenswert, wenn sich parallel hierzu ein Ethanolmarkt im Kraftstoffbereich etablieren würde. In den größeren dieser Anlagen könnte dezentral Bioethanol für den Treibstoffsektor produziert werden. Die Rohstoffe, die auf den im näheren Umfeld der Brennerei gelegenen Flächen erzeugt werden, würden über kurze Entfernungen auf den landwirtschaftlichen Betrieb transportiert und dort zu Alkohol verarbeitet. Der Alkohol müsste zur weiteren Reinigung und Benzinbeimischung an eine zentrale Anlage, die im Verbund mit eine Raffinerie betrieben wird, geliefert werden. Aus dem Koppelprodukt der Alkoholherstellung, der Schlempe, könnte in einer Biogasanlage Energie (Strom und Wärme) gewonnen werden, die in der Brennerei eingesetzt und ins öffentliche Netz eingespeist würde . Auf diese Weise würde sich die Energiebilanz deutlich positiv darstellen. Der Gärrest nach der Biogasanlage ist ein hochwertiger Dünger und könnte wieder auf den Flächen zur Erzeugung der Rohstoffe ausgebracht werden. Dieses System der dezentralen Bioethanolerzeugung in einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft würde darüber hinaus weitere Vorteile bieten: Wertschöpfung und Erhalt sowie Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, Nutzung bestehender Strukturen und Anlagen, regionale Marktentlastung landwirtschaftlicher Rohstoffe.


Marcus Reichenberg, Mobil ohne Fossil e.V.: 
Wir bedanken uns bei all denjenigen, die unsere Initiative aktiv unterstützen. Der Beweggrund für unseren Aktionismus war und ist, die Öffentlichkeit für den Ethanol-Markt zu gewinnen. Nur so kann sich der Markt etablieren, mit all seinen Vorteilen zum Klimaschutz, zur regionalen Kreislaufwirtschaft, zum Erhalt des Automobilstandortes Deutschland, zur Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze, zur Unabhängigkeit gegenüber Energieimporten und letztendlich zum Erhalt der Lebensgrundlage.

 
August 2005 - History von MoF eV zum Aktionismus E85
 

Liebe Freunde von Mobil ohne Fossil, sehr geehrte Damen und Herren,

am 10. August 2005 war es endlich soweit, der Flexible Fuel Antrieb von Ford wurde für den Deutschen Markt offiziell freigegeben. Die bayerische Staatsregierung lobte die Innovationsbereitschaft von Ford und signalisierte die Zukunftsfähigkeit von Bioethanol im Treibstoffsektor.

Mobil ohne Fossil e.V. war maßgeblich an der Öffnung des deutschen Marktes beteiligt!

Jetzt ist es möglich, dass beim Fordhändler Ihrer Wahl ein Fahrzeug geordert werden kann, welches mit nachwachsenden Rohstoffen als Treibstoff betrieben werden kann. Der Kraftstoff heißt E85 und besteht zu 85% aus Bioalkohol. Alkohol wird aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen, auch aus Holz, gewonnen und steht somit naturgegeben zur Verfügung. Durch das Verbrennen von Alkohol wird die Atmosphäre nicht weiter belastet, das fossile Erdöl kann im Boden bleiben! Auch wirtschaftlich lohnt es sich auf den Ford Focus Flexible Fuel (FFV) zu setzen. E85 ist wesentlich günstiger als der herkömmliche Benzinkraftstoff und der FFV-Antrieb kostet nicht mehr als ein normaler Benzinmotor. Der Ökoprofit stellt sich somit sofort, d.h. schon nach dem ersten gefahrenen Kilometern, ein!

Für diesen Erfolg setzte sich Mobil ohne Fossil e.V. gerne ein. Ende 2004 erfuhren wir, dass der innovative FFV zwar in Deutschland produziert, jedoch nicht in Deutschland verkauft wird. Der Wagen stand nur für den Exportmarkt „Schweden“ zur Verfügung. Die Schweden orderten das Alkoholfahrzeug nach den schweren Stürmen des Jahres 1999. Um den Holzpreis zu stützen, produzieren die Schweden seitdem nicht nur Ikeamöbel aus dem brachliegenden Windwurfholz, sondern eben auch Kraftstoff. Schweden fördert damit aktiv die Forstwirtschaft, hält die Wertschöpfung aus der Gewinnung des Kraftstoffes im eigenen Land und ist damit weniger abhängig vom Erdölimport.

Ford Europe hätte zu jeder Zeit auch dem deutschen Markt den FFV zur Verfügung gestellt. Die Markteinführung wurde jedoch stetig verschoben, da der alternative Antrieb nicht, wie in Schweden, politisch (von den Grünen schon) unterstützt worden ist!

Mobil ohne Fossil e.V. wollte das nicht hinnehmen! Nach vielen Gesprächen mit Ford Europe, wurde das bayerische Fernsehen auf uns, durch Ford, aufmerksam. Erstmals präsentierten wir im Januar diesen Jahres, neben den Pflanzenölfahrzeugen, auch den FFV der breiten Öffentlichkeit. Nach dem Fernsehauftritt war die Resonanz überwältigend. E-Mails und Telefonate bestärkten uns, weiter zu machen!

Am 21. April initiierten wir dann das erste Alkoholsymposium im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten. Eingeladen waren u.a. UNSER LAND, der bayerische Brennereiverband, die Baywa, C.A.R.M.E.N. und Ford Europe. Der FFV war somit sowohl politisch wie auch öffentlich eingeführt!

Dann ging es Schlag auf Schlag! Die Baywa stellte im Juni auf den „Agrar-Tagen 2005“ den FFV vor, Ford Europe informierte im Juli diesen Jahres erstmals alle deutschen Fordhändler über das Alkoholfahrzeug und der bayerische Staatsminister nahm sich dem Thema an.

Am 10. August 2005 auf der BUGA in München war Mobil ohne Fossil e.V. bei der ersehnten deutschen Marktfreigabe des FFV dabei. Staatsminister Miller hielt ein Plädoyer auf die Nachwachsenden Rohstoffe und gab zu verstehen, dass er hinter dem Einsatz biogener Treibstoffe steht. Auf die Nachfrage von Mobil ohne Fossil e.V., ob er sich eine Anreizförderung zum Aufbau der Infrastruktur des Tankstellennetzes vorstellen könnte, gab er zur Antwort: „... ich plädiere jedenfalls eindeutig für Alkohol im Straßenverkehr, aber selbstverständlich nur im deutlichen Prozentbereich im Tank und keinesfalls im Promillebereich im Blut...“ und des Weiteren so Staatminister Miller, wäre die Mineralölkraftstoffsteuerbefreiung für biogene Treibstoffe Anreizprogramm genug..., der Markt müsse sich schon selbst regulieren....!

Diese Aussage ist nicht hinnehmbar! Ein Tankstellenbetreiber wird eine Zapfsäule nur umrüsten lassen (die Kosten für die Umrüstung belaufen sich auf ca. 10` bis 15` Tsd. Euro), wenn das angebotene Ethanol auch verkauft werden kann.

 
 

  »Ohne Markt keine Tankstelle und ohne Tankstelle kein Markt«

 
 
Ein staatliches Anreizprogramm für die ersten 20 bis 30 Tankstellen ist unerlässlich, um das Henne-Ei-Problem schnellstens zu lösen! Ein weiteres Problem dabei ist, dass Ethanol nur begrenzt lagerfähig ist. Es ist hygroskopisch, d.h. es zieht Wasser aus der Atmosphäre. Ein Verbrauchsgarantie von E85 muss deshalb gegeben sein, verkaufte Fahrzeuge müssen im Markt vorhanden sein.

Schweden löste das Henne-Ei-Problem durch ein staatlich aufgestelltes Marktanreizprogramm. Noch bevor die erste Tankstelle eröffnet wurde, waren bereits über 4.000 Verkaufszusagen gegeben!

Am 26. September 2005 wurde in Weilheim i.OB. der erste FFV-Vorführwagen über das Autohaus S&W Automobile zugelassen. Damit unterstützt das Autohaus aktiv den Verein Mobil ohne Fossil e.V.! Vielen Dank an Herrn Rauscher und Herrn Rose von S&W Automobile! Um den FFV-Vorführwagen der Presse und der Öffentlichkeit medienwirksam präsentieren zu können, hat der Verein Mobil ohne Fossil e.V. eine einschlägige Werbung auf dem FFV anbringen lassen! Eine Probefahrt kann jetzt jeder werbewirksam unternehmen!

Mobil ohne Fossil e.V. initiiert das deutsche Käuferkonsortium zum FFV!

Das Ziel ist vorgegeben, das schnellstmögliche Lösen des deutschen Henne-Ei-Problems! 30 verbindliche Kaufzusagen müssen an jedem Standort eines Käuferkonsortiums vorhanden sein, damit eine E85-Tankstelleneröffnung möglich wird! Ist die Nachfrage nach E85 dargestellt, ist es auch ohne staatliches Marktanreizprogramm möglich, Tankstellenbetreiber zu überzeugen, den alternativen Kraftstoff anzubieten!

24. September, am „Tag ohne mein Auto“, stellte der Verein in der Innenstadt von Weilheim erstmals das Käuferkonsortium der Öffentlichkeit vor. Das Interesse war großartig, sieben „verbindliche“ Zusagen wurden gegeben. Zwei Firmen signalisierten, dass sie im Rahmen des Leasingaustausches auf den Flexible Fuel setzen werden. Auch die Stadt Weilheim gab bereits ihre Zusage, das Käuferkonsortium durch den Kauf eines Fahrzeuges zu unterstützen!

Am 02. Oktober stellte der Verein Mobil ohne Fossil e.V. das Käuferkonsortium in der Münchener Innenstadt anlässlich des Erntedankfestes vor. Unseren Dank an „UNSER LAND“, Frau Elsbeth Seiltz, die uns die Teilnahme an der Großveranstaltung ermöglichte! Viele staunten, wie fast immer, als Henrietta Lorko, Ulrich und Florian Sendl, auch Sigi Geiger die Kraftstoffoptionen des Pflanzenöls und des Alkohols vorstellten. Die Resonanz wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Somit die Bitte und die Aufforderung an Sie alle:

Nehmen Sie teil am Käuferkonsortium, sollte der Kauf eines Neufahrzeuges zeitnah erfolgen! Tragen Sie die Information zur neuen Antriebstechnologie weiter – erzählen Sie auch Freunden, Bekannten und Verwandten vom CO2 neutralen Fahrzeugkonzept!

Denn nur eine Koalition der Willigen wird den Weg in die richtige Richtung schaffen!

Die Daten zum Käuferkonsortium erfassen wir unter eMail: energy@glodis.com, Fax: 0881/6624, auch telefonisch unter Tel.: 0881/4422 oder Tel.: 089/45459633 [Frau Henrietta Lorko].

Es würde mich freuen, sollte dass Käuferkonsortium schnellst möglich an Fahrt gewinnen!
Mit sonnigen Grüßen
Ihr

Marcus Reichenberg
 
Partner